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Qualifizierter Keyboardunterricht

 

Vorbemerkungen
Das Keyboard ist ein Musikinstrument, das leider in der traditionellen Musikwelt, die für sich den Anspruch erhebt, mit ihren aus der handwerklichen Tradition entwickelten Instrumenten und Schöpfungen geistig-elitärer "Kunst"-werke für alle Zeit einen musikalischen Absolutheitsanspruch inne zu haben, nicht sonderlich gut angesehen. Leider gibt tatsächlich eine Reihe von Kriterien, die dieses Gerät im Vergleich zu herkömmlichen Instrumenten in Misskredit gebracht haben. Die ersten Keyboards, die sich als solche auf dem Markt präsentierten, wiesen eine wahrhaft katastrophal primitive Tonerzeugung auf, waren aber zur Auswahl der verschiedenen Klangfarben, die mit ihnen produziert werden konnten, mit Bezeichnungen wie "Flöte", "Oboe", "Klarinette" usw. versehen. Sie hatten jedoch klanglich mit diesen Instrumenten fast nichts gemeinsam. Daher machte sich sofort bei allen Musikkundigen der Eindruck von primitivem und qualitativ schlechtem Kinderspielzeug breit, eine Ansicht, die fortan aus den Köpfen mangels besseren Wissens nicht mehr verschwand. Des Weiteren enthält ein großer Teil der Gattung Keyboard ein eingebautes automatisches Rhythmusgerät, das in den Anfangszeiten lediglich einem besseren Metronom entsprach, indem es per "dumm-tschick-dumm-tschick" eine ewig gleich bleibende halb- bis eintaktige Schlagzeugfigur simulierte, natürlich ebenfalls in vorsintflutlicher Klangqualität. Schließlich weist ein Keyboard in der Regel keine wertvolle Elfenbeintastatur auf, für deren Betätigung eine Jahre dauernde Entwicklung einer Fingermuskulatur erforderlich wäre, sondern eine meist sehr leichtgängige Plastiktastatur, auf der nach traditioneller Ansicht kein ausdrucksvolles Spielen anspruchsvoller Musik möglich ist.
Keyboards haben sich, wahrscheinlich leider von vielen unbemerkt, in den letzten Jahren sowohl in klanglicher Qualität als auch in technischer Ausstattung geradezu rasant entwickelt, was der intensiven Verbesserungsarbeit der verschiedenen Herstellerfirmen zu verdanken ist. Die modernen Instrumente sind nach wie vor mit Bezeichnungen wie "Saxofon" oder "Piano" versehen, und natürlich kann man von einem Gerät im Preissegment von 250 € keine Wunderdinge erwarten, aber die größeren Instrumente kommen ihren akustischen Vorbildern doch mindestens immer näher, zumindest wenn man die Qualität einer CD-Wiedergabe als Vergleichskriterium heranzieht. Akustische Instrumente können heute gesampelt, d. h. digital aufgenommen und verarbeitet, und die verschiedenen Originalklänge in aufgeteilten Tastaturbereichen mindestens in CD-Qualität wiedergegeben werden. Dies erfordert Speicherplatzes in nicht unerheblichem Umfang, was sich bei einem hochwertigen Keyboard natürlich im Preis niederschlägt. Hinzu kommt durch die Möglichkeit einer synthetischen Tonerzeugung eine schier unübersehbare Fülle früher nie da gewesener Klänge, die mit akustischen Instrumenten nicht produzierbar sind, gleichwohl aber vergleichbar komplexe Klangstrukturen aufweisen können. So weisen moderne Instrumente oft mehrere tausend Klänge auf, die zudem noch in weiten Bereichen veränderbar sind.
Auch die Begleitautomatik hat sich geradezu abenteuerlich gewandelt. Moderne Instrumente arbeiten mit 8-spurigen Arrangements, bestehend aus jeweils einer Bass- und einer Schlagzeugspur sowie in der Regel 6 Akkordspuren. Damit diese Fülle von Instrumentenklängen gleichzeitig vollständig hörbar sein kann, muss das Gerät mindestens 64 Töne zur gleichen Zeit wiedergeben können ("Polyphonie"). Die übliche Patternlänge der einzelnen Begleitarrangements beträgt durchschnittlich 8 Takte, außerdem variieren diese Begleitmuster je nach Akkordkategorie - es gibt unterschiedlicher Patterns mindestens für Dur-, Moll- und Septakkorde. Neuere Instrumente variieren die Begleitung sogar interaktiv unter Reaktion auf das im Melodiebereich Gespielte. Schließlich sind mittels Echtzeitsteuerung darüber hinaus noch bis zu 4 Variationen eines einzelnen Begleitrhythmus abrufbar.
Auch im Spielverhalten moderner Keyboards hat sich einiges verändert. So weisen Geräte der gehobeneren Preisklasse zumeist leicht gewichtete Tastaturen auf, mit denen ein dynamisch ausdrucksvolles Spiel möglich ist, ohne die Fingermuskulatur sonderlich zu beanspruchen. Zudem lässt sich selbst bei einfacheren Instrumenten die Anschlagdynamik recht fein einstellen, um sie dem eigenen Spielgefühl oder dem charakteristischen Ausdruck des gewünschten Klanges optimal anpassen zu können.
Somit stellt sich für manchen die Frage, was man denn nun für ein Instrument eher erlernen sollte, ein traditionelles akustisches oder so ein modernes elektronisches Dingsda. Natürlich muss sich das jeder selbst beantworten, für das Keyboard sprechen jedoch die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten in den verschiedensten Bereichen sowohl der traditionellen wie auch der aktuellen Musik, sowie die einfache Tatsache, dass ein solches Instrument zu jeder Tages- und Nachtzeit spielbar ist, indem man einen Kopfhörer benutzt und so niemanden stören kann. Da man sich zunächst nicht mit den beschwerlichen Aspekten der Tonerzeugung herumschlagen muss, bietet das Keyboard eine hohe Motivation für den Instrumentalanfänger, die durch einen didaktisch durchdacht strukturierten Lehrplan für lange Zeit gehalten werden kann. Selbstverständlich ist aufgrund der oben geschilderten vielfältigen instrumentaltechnischen Aspekte ein qualifizierter Unterricht vonnöten, was einen entsprechend strukturierten Lehrplan erforderlich macht.